Postnatale Depressionen

Während der Schwangerschaft steigt die Produktion verschiedener Hormone (z.B. Progesteron und Östrogen) stetig an. Nach der Entbindung kommt es durch den Ausfall der in der Plazenta produzierten Hormone innerhalb weniger Tage zu einem Abfall auf normale Werte. Diese raschen hormonellen Veränderungen sind hauptsächlich für die «Heultage» nach der Entbindung verantwortlich. Dies ist nichts Ungewöhnliches. Bei den postnatalen Depressionen und Psychosen geht die Forschung von der Beteiligung vieler Faktoren aus.

«Heultage», auch «Baby-Blues» genannt, haben 50–70% aller Frauen nach der Entbindung. Darunter versteht man eine stimmungsmässige Labilität oder depressive Verstimmung in den ersten drei bis fünf Tagen nach der Geburt. Wochenbettdepressionen betreffen ca. 15% aller Mütter. Auch Väter können daran erkranken. Sie treten meist in den ersten Wochen und Monaten nach der Entbindung auf und können in der Regel ambulant therapiert werden. Sie können aber auch zu dauerhaften Depressionen werden, wenn sie länger als 10-14 Tage andauern und nicht behandelt werden. Umso wichtiger ist es, über die eigenen Gefühle zu sprechen und sie nicht hinter einer Fassade glücklicher Elternschaft zu verstecken.

Wochenbettpsychosen sind äusserst selten und kommen nur bei etwa 1 bis 2 von 1'000 Geburten vor.

Versuchen Sie nicht, Haltung zu bewahren, wenn Ihnen nun mal zum Heulen ist. Hilfreich ist oft der Kontakt zu anderen Betroffenen, zum Beispiel im Rahmen von Selbsthilfegruppen. Selbstverständlich stehen Ihnen auch Ihr Arzt, Ihre Ärztin oder Ihre Hebamme mit der nötigen Hilfe zur Verfügung.

Informationen und Hilfe bei postnatalen Depressionen